weimar

weimar  kalkstein und mergel drängen in die stadt öffnen sich klüfte und schließen sich wieder um sich wieder zu öffnen und zu schließen wie der atem der rohre unter den straßen der puls der kabel und leitungen darüber du auf dem weg in ein neues leben und ein stück weiter erdfälle dolinen tagbrüche unter deinen füßen ein wellengebirge zur tiefe am abend ist der asphalt weich flüssig wie boden wie moor schwimmen die autos zählst du die bäume zwischen den häusern im park in schwimmbewegungen die vögel die krähen und zeisige die falter und schwärmer bauen fische nester zwischen korallenbäumen dolomitischen mergeln und tonsteinen bleibst du stehen und drehst dich noch einmal um zu den schatten die dir von straßenlaterne zu straßenlaterne folgen den stimmen die dich rufen von der anderen straßenseite metallisch klingt die nacht unter dem hundsstern tropfen die perseiden auf dein kleid

du stehst barfuß auf dem kopfsteinpflaster neben dir liegen deine nicht ausgesprochenen wünsche

an der kirchturmuhr ist ein zeiger gebrochen eine falsche zeit hängt über der stadt

im geträumten leben bin ich wach

wortschaften bewohnen mit buchbaumhecken um die häuser