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Sophia Doms - 25. Januar 2015 9:05 Uhr

Kein Leib-Seele-Problem

Beim Fliegen fahre ich jetzt simultan
grünen Postbus und Ökostrom-Zug.

Der Leib - geflügelt -
verbraucht sein Kerosin,
die Seele aber,
auf Schiene und Achse verlagert,
spart alles sogleich wieder ein.

Und wenn die Seele sich unten
zur Abwechslung
und für zwischendurch
eine Pizza bestellt,

vor irgendeinem französischen Schloss von der Loire,
das heute aber schon ganz woanders steht,
und wenn sie dann den Postbus verpasst
und den schweren Karton nicht mehr halten kann
und auch sonst in Nöten ist,
weil sie
allmählich
den Anschluss verliert ...

... dann kommt der Leib
mal eben
runter und rüber
zu ihr,
dann gibt er sogar sein überirdisches
on-board-Chicken-Sandwich auf und
entlastet sie schmatzend
und grinst
breit
tomatenverschmiert und fettig
über den ganzen Totenschädel.






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Julia Trompeter - 21. Januar 2015 22:43 Uhr

Selbst mit T9 wäre das auch nicht besser gelungen

Afterw orkgedichte , so
im Region alexpress zur Strecke
gebrac ht und einfach hinge-xt
wie Signalstör ung en
im T ext, a lso Semikolon oder
André Uneindeut i ch keiten
da mit kommt der DDD ic hter
um den größ ten Unsinn her um
den kt er und sie weiß mal
wiede r nicht, was hal ten VOR
dem Test ost eron, dem
alten C rashtestdummie
der E volut ion;

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Lars-Arvid Brischke - 19. Januar 2015 22:47 Uhr

niemand hat die absicht

niemand hat die absicht eine mauer zu vermissen
die mauer bröckelt
die mauer erhebt sich
die mauer schwebt
die mauer ist auferstanden!
die mauer heißt jetzt lichtgrenze!

die mauer prickelt
die mauer löst sich
von selbst
& völlig losgelöst
steigt die party steigt
über die mauer!
löst sich die mauer in luft auf?
die mauer döst
bis jemand gegen die mauer stößt
aber niemand hat die absicht an die mauer zu pissen
die mauer niest nicht
die mauer öffnet sich
die mauer schießt nicht

die mauer heißt jetzt lichtgrenze
& schwelgt in erinnerungen:
stahlbeton hochladen
schusswaffen runterladen
stacheldraht hochladen
scheinwerfer runterladen
achtung, achtung
schießbefehl hochladen
schutzwall runterladen

schutzwall heißt jetzt firewall
firewall ist abgebrannt
ein haufen asche zwischen ost & west
heißt jetzt wall fall profit

luftballons hochladen
staatsgäste runterladen

die mauer schwelt über den dingen
die mauer zählt nicht, aber sie fehlt
die mauer schweigt & wiegt sich im winde
im winde sirren die fahnen
doch niemand hat die absicht eine mauer zu hissen

pegida heißt jetzt peggy

Kommentar (21.1.15 22:25) lesen

 

J÷rg Meyer - 15. Januar 2015 5:42 Uhr

schreiben hier ...

... geht für mich nach wie vor nicht. nur direkt getippter text, kein copy&paste. schade ...

wort entrückt

Kommentar (15.1.15 5:44) lesen

 

Herbert Hindringer - 14. Januar 2015 0:47 Uhr

Himmelweiter Unterschied

Im Landscapemodus auf den Tag geschaut
dort lebt einer ganz still und um dieses Stillleben herum
stehen die Trauergäste, sie hielten ihn immer
für einen Träumer
summen sie und dann: Zeigen mit den Fingern auf die Reichweite
die nicht mehr aufrecht zu erhalten ist
er kam zu ihnen und sagte Buh

die Hände über den Köpfen am Regen, in den Schuhen
die Größen von Zahnschmerzen, auf dem Rücken der Name
einer Briefkastenfirma, einer spricht
von einer Zeit ohne Abwesenheit in diesem Leben
wahrscheinlich war er verstört, als die Sprache über den Redefluss gesetzt wurde
letzte Briefe von Matrosen hinter der Scheibe, darauf spiegelt sich
ein Containerschiff, das fünf Minuten Verspätung im Leben umständlich wegschafft
ein Dafürhalten, ein Wind, der für Atem angeht
singen sie und dann: Blumen falten und hinten dann einen Finger
diese Stelle anfassen lassen, wo die Natur endet

Familien verschicken an traurige Menschen, Hefte vollschreiben
mit neuen Familiennamen, die Angehörigen sind gefüllt
mit Anmerkungen zu Notaggregatszuständen, Licht ist etwas an der Haut, hängt da
wie ein Bart von Dostojewski beschrieben
am Zahnweh rechts vorbei und dann einen Brief zustellen
in der Wundregion im Regenwetter, an die flache Stelle in dieser Fülle
an diese unselige Helligkeit, verdorben nun

Kommentar (21.1.15 23:43) lesen

 

Lars-Arvid Brischke - 11. Januar 2015 11:50 Uhr

berli-noise xxi


berli-noise_xxi

happy new deer

Kommentar (11.1.15 15:49) lesen

 

Sophia Doms - 11. Januar 2015 8:37 Uhr

Die Rehe ziehen heim
auf satten gelben Fährten.
Die Engel pirschen
nebelrauchend
hinterher.

Am Feldrand stehn wir
überrascht
vor letzten Gärten.
In unsren Taschen wiegen
die Kastanien
schwer.

Wann wird der Regen
endlich
stärker werden
und uns ersetzen
unsre Tränenflut?

Wir stehn
vor einem Grab
mit trauernden Gebärden
doch weinen
weder Wasser wir
noch Blut.

Der Tankwart tritt
von einem Bein
zum andern
weist schließlich rückwärts uns
mit mazerierter Hand.

Wir
lassen unsre Blicke
vorwärts wandern
und fahrn
kopfüber
in ein neues Land.














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Werner Weimar-Mazur - 10. Januar 2015 17:02 Uhr

tonwechsel auf papier

an den tagen aus blau
und gelb in der nacht
schreit und flüstert
die stimme

ist das haus ein stahlgerüst
zwischen glas und beton
ziehen papiervögel
am himmel nach süden

dorthin wo das gold
auf bäumen wächst
und das gedicht am wegrand
bis ein wanderer kommt

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Andreas G÷▀ling - 7. Januar 2015 10:47 Uhr

Verrat

Du hast dein Talent verraten
Talent hat noch dein Verrat verraten
Talent nicht nur zum Verrat

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Werner Weimar-Mazur - 31. Dezember 2014 16:59 Uhr

neu jahr

im versoffenen dunst eines januarmorgens schaukeln
fragen nach dem sinn
des lebens nach zukunft
und den kleinen tierchen die sich
in deinem kopf eingenistet haben
gute gedichte gehen anders
leiser
weicher
hängen ohren über stille
landschaften fallen ein
mit den augen einer luchsin
siehst du klar
unter die schneeflockenherde
gesellen sich zwei aurorafalter
verglühend in ihrem leichtsinn taumeln sie
dir über lippen und stirn

Kommentar (18.1.15 22:59) lesen

 

Andreas G÷▀ling - 28. Dezember 2014 16:33 Uhr

Poolbar

Unter dem Wasserspiegel wienert er das Chrom
blank bevor er dir Smirnoff auf den Tresen
knallt die Augen in seiner Spiegelbrille sind
deine kopfüber hängen die Flaschen vor der
Spiegelwand spritzbereit während sie oben
vorbeigeht am Rand deiner Genpoolbar

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Lars-Arvid Brischke - 27. Dezember 2014 22:21 Uhr

schau nur die menschen wie grau diese masse sich aufbaut ist das nicht der zementierte
wahnsinn wer wollte sich von denen nicht mirabellengelb oder wenigstens pastellviolett
präsentieren ein menschenandrang grau meliert so lauthals in die enge getrieben eine
menge menschen zwischen rohen zerkratzten umhängetaschen macht sich zur sau &
lässt sich verkraulen von grausamen wasserständen zur schau stellen klatschnass bis
zum nabel schon zutiefst vergilbt angesichts dieser wassermassive ergrauen sie alle
wir alle gehören zum grausigen volk von gehäusen & silben zu füßen zu diensten
des schmatzenden wassers verblasst das menschliche im todschicken traumhotel-flair

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Markus Stegmann - 22. Dezember 2014 0:04 Uhr

... dass du auf DICH vertrauen kannst ...

Mein Madagaskar-Melanom
frisst mich
mit deinen Augen im Halblicht
spüre
die Schnitte nicht
verschwimmt die Sicht
verlier ich dich
sezierst du mich





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Sissy de Leu - 20. Dezember 2014 20:35 Uhr

Let it rain

Sie brachten uns weg
in die Weite Chinas
& den ganzen Weg über
war es dunkel
Legt euch
sagten sie
Macht es einmal richtig
& legt euch auf die Seite
die Wirbel hier
an den Bordstein
ans Moos
Rührt euch nicht
& überlegt euch
Tätigkeiten
aus dem Haushalt
Ihr müsst sie
aufzählen können
ohne zu denken
wenn wir euch fragen

Einige wurden erschossen
in Nadelwälder geduckt
So lange flogen die Bomber
über sie hinweg
bis aus den Kiefern
Streichhölzer wurden
& die Kleider stoben
Legt euch
& wartet auf die Babys
Ich versteckte
Notizbuch & Zigaretten
& versuchte zu sein
wie alle anderen

Als ich den Kopf drehte
sah ich das Neugeborene
zwischen zwei Körpern
am Straßenrand
mit rotem Gesicht
lautlos schreiend
& dann regnete es
es regnete Säuglinge
aus dem weitesten
schwärzesten Himmel
fiel alle Momente
ein kleiner Körper
auf uns herab

Wir streckten die Arme
reckten die Hände
& wussten doch
wir wussten
& wussten
dass es niemals
gelingen konnte
sämtliche Babys
aus der Weite
des Himmels
zu reißen

(Für H.)

Kommentar (21.12.14 15:59) lesen

 

Andreas G÷▀ling - 10. Dezember 2014 10:05 Uhr

Wahrheit über Menschenfresser

Der Menschenfresser liebt das Fleisch der Kokosnuss
mit geraspeltem Kakao dein Hirn schlürft er durch den
Dreiecksspalt in der Schädelschale den roten Frosch
zieht er zwischen deinen Rippen hervor achtsam rollt er
deine Hoden durch den Rachen er heiligt seine Feinde deine
Trinitas nimmt er in sich auf Besitz ergreifst du von ihm du
zernagst ihn von innen du bist der Menschenfresser

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Julia Trompeter - 1. Dezember 2014 8:58 Uhr

Paradies

Wenn sich seine Augen manchmal aufklappen
sperrangelweit, und der Horizont in sie kippt
denn wie sollte die Ferne sonst zu ihm hingelangen
dann sehe ich gerne hinein, und es bestätigen sich
ungeahnte Theorien von schwarzen Löchern
achtsam geschmeckten Rosinen oder einfach
Pupillen, die er mit seinem Apfel herum rollt
in den ich beißen würde, wenn ich könnte
und alle Fehler einfach wiederholen, ganz egal
Wenn ich das kleine Haus wäre, dort in der Ferne
an dem sein Blick sich lautlos verfängt
und sowieso würde ich vorschlagen
das Meckern der Schlange zu ignorieren

Kommentar (21.12.14 0:30) lesen