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Sissy de Leu - 10. Mai 2015 7:16 Uhr

Was man im Bauch des Wals tun sollte

Zuallererst:
Es ist finster
Du bist gekniffen
wenn du nicht
ein paar Streichhölzer
bei dir hast
& dein Notizbuch:
Schreib ein Gedicht
Lehn dich
gegen seine Rippen
Sie sind rosig & blass
& dein Rückgrat
schmiegt sich
behaglich in ihre Laibung
dass du unwillkürlich
die Beine zur Brust ziehst
& die Knöchel kreuzt
Wenn du summst
summt der Wal
Wenn du dich räusperst
tu es sehr leise
Sonst hustet
der Wal dich
an Land
vor der Zeit

Kommentar (22.5.15 10:09) lesen

 

Herbert Hindringer - 9. Mai 2015 15:24 Uhr

Immer vor diesem Fenster


ein Sitzplatz auf Dauer, nur der Ausblick
ist nicht jedes Mal vor Ort

so hebt sich das Leichtere ab von dem, was glatt ist
und unter den Ellenbogen bleibt

und an der Dingfestigkeit liegt
das Leben anderer ist eine Überfüllung des Schlafs

in Lieblingspositionen, da kommt ein Stolz
ganz als Vogelleiche in der Luft

im Hinterhof ein Sänger
der mit einer Taschenlampe angestrahlt werden muss

damit er zu hören ist, so ein Sänger ist heillos
anwendbar, ein aufgerundetes Ohr im Off

Standby ist das Koma der Geräte
an die wir angeschlossen sind, ich stehe fast

körperlich auf den Beweggründen der Maschinen
niemand stolpert in dieses Leben, ich starre

in den Raum zurück, eine Zugluft ohne Geräusche
ich ziehe die Erde an, das Flächendeckende

hat den Beamtenstatus inne, Standby ist auch der Baum
vorm Fenster, mit glühenden Zigarettenspitzen sitzen

die Abgeschriebenen in den Ästen, Standby-Husten
Standby-Unterstellung, keiner liest mehr Gedanken

es gibt keine Synchronstimmen
dieser Mund so hilflos wie Gegenwind im Wind

die Richtung verschwindet bald ätherisch
der Baumbestand geht über die Arbeit hinaus

und reißt ein, der Hausmeister erwacht, hält sich
für seinen eigenen Ausweg und sagt den Himmel auf

ich trage Beine zu einer blauen Hose und zum Bleiben
nichts Halbes und nichts Ganzes bei

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Julia Trompeter - 7. Mai 2015 23:16 Uhr

verliebt in the street

who cares this street despite of martin h.
and who has told me to write this poem
in english? vielleicht wars polke mit seinen
höheren mächten. wer nämlich kehrt die
straße nachts, wenn ich heimwandele
komische worte im sinn und erinnerungen
an berührungen (innerlich) durch zum beispiel
ein gedicht von lydia d. oder andere?
nobody cares. und niemand kehrt mir
den rücken (zum glück), geliebte nacht
klein geschrieben aber groß im kommen.

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Daniel Ketteler - 3. Mai 2015 19:08 Uhr

Jobcenter

Alles was der Fall ist liegt auf meinem Tisch
und rote Ziffern geben Namen ein Gedicht
es ist fast so, als fände ich ihn nicht,
hinter Diagnosen und Jogginghosen sitzt ein Mann
dicke Brille, harter Kamm und auch der Arm
ist fast noch dran. Schmerzen ja, Schmerzen ganzer Körper
wie immer schlecht geschluckt, die Pillen helfen kaum
er druckst, die Ehe, und wenn verruckt, dann
schraue er, bis sie sich nicht mehr muckt.

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Sophia Doms - 30. April 2015 18:06 Uhr

Plötzlich woanders sein

Plötzlich woanders sein -
nicht mehr im eigenen Hirn,
in seinen Barockgärten,
den sauber gezogenen Beeten,
den Laubengängen mit Tunnelblick.

Nicht mehr in seinen Landschaftsparks,
schattig und kühl,
mit himmelblauen Seen
und opulentem Hormonblütenduft.

Plötzlich woander sein.
In einer Stadt wie Berlin,
Aber nicht dort,
am Breitengrad 52,519,
wo es kein Wunder wäre.

In Berlin, aber nicht dort in Berlin,
sondern wundersam hier,
ganz vor der eigenen Haustür.

Ein Luftzug nimmt Dich mit
oder ein Sandsteinpfeiler,
auf den mit bunter Kreide einer
"Espresso" geschrieben hat.

So klein sind Anlass und Augenblick.

Schon bist Du
eine Zeitung im Wind,

eine Brieftaube,
die ihre Botschaft vergessen hat,

und eine Schrankwand,
deren Kleider
längst ausgeflogen sind.

Für den armen Hirnhund

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Werner Weimar-Mazur - 23. April 2015 23:04 Uhr

verübt

sternbilder aufgehängt
über der tatra eine ganze galerie
stoßwellenmetamorphose eines herzens
schreibt bambus silberschuppen
in ein glas fluss
eidechsensuppe

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Andreas G÷▀ling - 19. April 2015 11:23 Uhr

Versunken

Im Dämmer deiner Höhle
Zeichen in den Kalkstein
die Kerben färben
Rotze Pisse Blut

Nachts nach draußen
Nur der Schauder
Zurück ins Graue
Da draußen nichts

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Julia Trompeter - 13. April 2015 9:06 Uhr

Immunisierung, akut

Der Anflug von etwas im Rachen
ist zu kaum spüren
erst das große Palaver bringt dann
kalte Füße und Schnupfen

Gepackte Kartons auf dem Flur
sind wie zu hohe Werte
die sich quecksilbrig
ausbreiten, um zu verschwinden

Eine Impfung wär prima
gegen ungute Konsequenzen
mit der Kraft der Gewöhnung
gegen die Witze des Lebens

Kommentar (17.4.15 6:37) lesen

 

Markus Stegmann - 10. April 2015 22:40 Uhr

Sicht

Pastell du Porzellan
mit halbiertem Haiflimmern
flattert meine Pinzette
unruhig am Arm Amsterdams
Pastis mit Plastikbesteck
und Doppelaugen markierte
Maske geschlitzte Lippen
filigrane Flanke
fingierte Sicht

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Markus Stegmann - 25. März 2015 21:42 Uhr

Aare, sagst du?

Räder unsere Hände Farn
deine filigranen Schalen schlendern
näher am Schlamm
pflegst du dein Morgentier verrat ich
nicht welches befestigen wir
Schaum die schlafenden
Nester ums Klavier gewundene kehlige
Korallen Schwimmhäute sagst du
treibendes Holz bevor deine Lungen
meine zünden bevor dein Display
durchs Wasser zieht erschöpfte
Sicht durch mein Gesicht
glasieren wir unser Gedächtnis
drüber kniet ein Sohn verkaufter
Kanal südlicher drängt das
prekäre Riff zerreibt im Rückwärtsgang
unser Wohnwagen den gleichen Gedanken
wund wer bist du auseinander zu fallen
in eins nachts verlängerte Lungen
vertreibst du die Partitur Afrika
wo ich längst strandete im
stornierten Schilf vor Madagaskar
dehnen sich deine Radspuren endlos
grüne Lunge an den Horizont aus
Holzkohle gedehnte Halluzination
markiertes Gelände glimmt ein grauer
Morgen sagst du gehn wir an die
Aare gehn wir




Für dich S.

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Markus Stegmann - 24. März 2015 22:42 Uhr

Lampedusa

Auf der Strasse nach Lampedusa
Kliff grade Kante konjugierte
Garnele knapp buchstabierter
Kuss komm schon deine Lunge
Locken wenden wir weder unseren
Wohnwagen noch unseren
mattweissen R5 Alpine den
steuern wir gradaus ins Treibholz
liegen längst auf Grund
Richtung Riff nur deine Locken
Lungen wenn wir in den Regen gehn
Richtung Afrika Amerika
schwächere Dünung
je näher wir gegen das Riff
denkst du dieses Mal
weiss nicht
was aber wird
aus uns wenn nicht
mal das Meer
uns hält

Für S.S.

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