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Herbert Hindringer - 1. September 2010 22:35 Uhr
september

Kommentar (2.9.10 19:18) lesen
Florian Voß - 31. August 2010 0:59 Uhr
Waschräume
Die Seife auf der Toilette der Grundschule
rau, körnig, mit dem Geruch von Rindertalg
Und das halb gehisste Licht des Vormittags
das durch die Fensterluken unter der Decke fällt
Die schweren Waschbecken mit den kalten Wasserhähnen
Das graue Toilettenpapier, der Chlorgeschmack der Luft
Die Kinderstimmen hinter den verschlossenen Türen
Das Kegeln mit den Köpfen
am Nachmittag in der alten Fabrik
Die diesigen Montagehallen
mit den mächtigen Stahlschienen
unter den verglasten Decken
Das Glas staubig und schlierig
von Spinnen überwuchert
Und im Winter der Innenhof
mit Schnee-Zentnern angefüllt
darin die weißen kalten Körper
Der gefrorene Schweiß, der Urin
in kalten Rinnsalen unterm Schnee
Später der Schweißgeruch
in dem Umkleideraum der Turnhalle
Die Golddukaten in den Pferden
die geheimen Schatzkarten in den Barren
Abgeschlagene Köpfe neben den Medizinbällen
Das Penicillin in den Trinkflaschen
Zuhause am frühen Abend
das falsche Licht im Zimmer
Das rote Muster des Perserteppichs
Dreißig Flaschen Limonade
unter dem Küchenschrank
mit kaum lesbaren Etiketten
Auf dem Speicher Vorhänge
aus dickem, gelben Licht
In der Werkzeug-Kiste: Nägel
und Messer und kleine Schachteln
mit abgeschnittenen Fingern und Blut
Staub auf den Taubenkadavern
Im Keller ein Tisch mit dem Abendbrot
In einem Glas: die Reste von Kirschsaft
Auf dem Teller: toter Zwieback
xxx
Kommentar (2.9.10 19:45) lesen
Markus Stegmann - 30. August 2010 23:33 Uhr
Treten
Wir streuen Geburten auf ein gemähtes Weizenfeld. Die Gasheizung im Keller kennt darauf keine Antwort und bleibt stumm. Wir schauen uns das Ergebnis an und lassen dann die Geburten zwischen den Stoppeln liegen. Zuhause schalten wir Google Maps auf Kartenansicht, finden aber keine Orientierungspunkte, weil wir nicht wissen, was wir suchen.
Kommentar (31.8.10 0:48) lesen
Markus Hallinger - 30. August 2010 23:04 Uhr
Frauen auf Apfelbäumen Der gebrochene Versuch
auf zappelnde Baumkronen u. wispernde Espen zu
klettern Schon früh bricht das Licht über dem Dorf
bleibt altdeutsch in der Stube sitzen Die Beine über
Kreuz Das erste heimliche Entsetzen zählt Sonn- u.
Feiertage fleißige Lieschen
Kommentar (31.8.10 0:51) lesen
Marcus Roloff - 28. August 2010 19:49 Uhr
prag 2
nach oben geworfener glockenteppich
bis zum heimatmuseum das die sonne zurückwirft
eine krone aus schaum eine schaumkrone
im matten behämmerten licht
dieser vollen stunden hob ich
das schwert aus dem stadtwappen
jener männerarm fiel zwischen
die türme & zerschlug mir das im takt
der minuten ausgerufene mozartkonzert
bis richtung himmel (himmels-
richtung) die karlsbrücke fern
von zu hause nicht uniform ist
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Daniel Ketteler - 28. August 2010 10:12 Uhr
Unvermittelt taucht die Elster zwischen
den Bäumen auf und ab und zu
verliere ich eine Idee im Geäst des
Verkehrs, an der Ampel durchkreuzt
den Denkstrom ein Stück Tod.
Warum liegt eigentlich
nicht ständig totes Gefieder
am Strassenrand?
Wo und wie stirbt, einsam,
das Getier?
Aus dem Radio
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Klara Beten - 27. August 2010 14:12 Uhr
-
3
vom tuch tasten die augen neue mahnungen
des lichts/ des nachts im klartraum ausgemalt, die
entgleisungen der worte im harn; hört sich schräg an
und wird nur zu langsam verdichtet.
entgleisung der worte? dazwischen kam nur noch
die magenentleerung/ an der schneekachel geübte
augenfüllung; die geweiteten mündungen
deiner mit licht überfüllten gewebe.
"vom tuch tastet die iris befüllung."
aus der folge "1710. virchowklinikum, im august"
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Crauss. - 26. August 2010 22:52 Uhr
schwimmen
kennst du das? das
wärmere wasser und das
kühlere wechseln sich ab.
es ist ein heisser tag,
deine gedanken verschwimmen,
aber über dem solarplexus
wallt es dich kalt an. am
ufer ruht einer
seine flausen aus. das
solltest du auch.
Kommentar (26.8.10 23:52) lesen
Sophia Doms - 26. August 2010 21:40 Uhr
Gestochen schön
vorbei an den Vogelbeerbäumen auf die Brücke zu, die nicht überflogen werden kann, da die Federkiele nicht tragen. Der Anblick der Hochhäuser, rhythmisch an das Flussufer geworfen, zieht Galgenstricke um den Hals. Parkgrün kitzelt die Fußsohlen. Das Knie schuppt an den Pflastersteinen. Lebensgeruch aus den Doppelflügelfenstern am gelben 50er-Jahr-Haus: Hackfleischbällchen, Hühnersuppe und Bratkartoffeln. Im Besen des Hausmeisters verfangen sich Radiotöne. Wer später bei Mondschein unterm Schornstein seine Wäsche aufhängt, wird mit Studentinnengesprächen verwöhnt. Der Fernsehturm blinzelt Dir zu.
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Ernesto Castillo - 25. August 2010 14:21 Uhr
sonntags
die frohen schinken aufgehängt
im schlachthaus gott und feste
vergessen sein und dass ihn keine
mehr berührt und der gestank
von innen liebe reste
bald zählt man seine nächte ab
am starken schweiss der tiere
salpeterart der aus den limben
kriecht am tag und hängen bleibt
am kalten luderführer
noch jahrelang mit muttis schal
am dürren hals des jungen
die kircherei und immer gleicher
braten bei die knödel weiss
und früh die sättigungen
different to day
Kommentar (26.8.10 23:50) lesen
Jörg Meyer - 25. August 2010 6:05 Uhr
winde_wehn
hier ist kein mond,
nur der mann darin,
der geküsst werden will.
aber nicht auf den mund,
denn der spricht, atmet
"winde weh'n", und die haselrute
herbstend ging darin
windwillig auf "in paradisum ...
... deducant", verführte
das englein am strand,
wo wir pflaster sammelten
und beerenstein.
und sahen und säten
hustenden "et semini ejus".
sündikat der nacht, wo die
bahn todwärts küstert.
hier ist heilig, kein kussmund:
kunstmonster mond darin -
voll groß gähnend, IchIchL,
sich windend aus weh.
VideoPoem
6 Worte von Ahrenshooper Strandung
Kommentar (26.8.10 19:29) lesen
Markus Hallinger - 24. August 2010 22:13 Uhr
Ahrenshoop
hier ist nichts bayrisches,
keine berge, keine riesen, keine zwerge,
hier ist nur klang,
hier ist nur meer.
hier sind:
die aufgerollten felder jetzt im herbst,
ein klammer himmel tief wie sand.
in allen worten wohnt ein fänger,
in allen kisten nisten motten.
Nachwehen
Kommentar (25.8.10 23:23) lesen
Synke Köhler - 24. August 2010 16:38 Uhr

selbstportrait in ahrenshoop
Kommentar (25.8.10 9:57) lesen
Markus Hallinger - 24. August 2010 10:05 Uhr
Die schweren Teile
stämmig,
ganz und gar wundgeschält,
herausgerückt
mit der Sprache
ins Holz gegangen:
bleib da.
-----------------
Balkensepp
Josef! zum Herrgott nochmal
dieser Josef, kräftig
aus der Erde geschält
der Kartoffelkopf
versuppt
unterm Herrgottswinkel
mit hochrotem Kopf
an ein Wurstband gehängt.
wieder Zuhause und schon Holz gearbeitet
Kommentar (24.8.10 12:12) lesen
Florian Voß - 23. August 2010 20:53 Uhr
FORUM DER 13
Auf der Kommentar-Ebene finden sie hier ein
RENSHI
also ein japanisches Kettengedicht. Geschrieben von sieben Mitgliedern des Forums der 13 bei einem Aufenthalt im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop.
Bitte kommentieren sie das Gedicht erst, wenn alle vierzehn Teile gepostet sind.
Kommentar (28.8.10 10:17) lesen
Markus Hallinger - 23. August 2010 7:45 Uhr
das meer
hat etwas grausliges u. krausliges
u. windiges u. schwindliges
es pampt u. stockt
es kocht es schreit
es dicht u. dünnt
es hint u. hert
es zerrt es greift
Bye Bye
Kommentar (25.8.10 21:54) lesen
Synke Köhler - 23. August 2010 5:31 Uhr
postkarte vom meer
denk dir nichts dabei
hier krähen mehrere hähne
und die fenster werden
nach außen geöffnet
die wiesen sind dünnhäutig
rasenmäher marke: tourist
in klirrenden dielen er-
tranken in etwa vier nächte
der regen ist hier sehr hell
der strand voller körbe
und das meer kaum sexuell
denk dir nichts dabei
warum wir nicht schlafen können
Kommentar (25.8.10 0:41) lesen
Lars-Arvid Brischke - 22. August 2010 23:22 Uhr

bye bye ihr drei in ahrenshoop
Kommentar (23.8.10 8:47) lesen
Lars-Arvid Brischke - 22. August 2010 22:49 Uhr
ahrenshoop nachwehen (nachweben, nachbeben)
gerädert
eine hamMOND-orgie anberaumen
& ich nuSCHLE IM fieberhaften vibrato
eines abgedroschnen klingeltons
perpetuum AUTO mobile MUNDi
ach ihr meine gefiederten träume
mit euch gerate ich
auf eine gewiefte BAHN
& es kommt die stunde
der gleichschenklichkeit, subtil gefedert
die touris auf ihrem piratentrip (psST!-)
RASENSTEINe rahmen die datscHAS ELegant
& stark geädert brüten die rekRUTEn sich aus-
geh - uniformiert, aber
ge-erdet!
kleine variation der auserwählten sechs wörter
Kommentar (22.8.10 23:42) lesen
Florian Voß - 22. August 2010 17:33 Uhr
Es steht eine FLAG auf meinem ELFENBEINTURM.
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Florian Voß - 21. August 2010 17:53 Uhr
Über Geld
In der höchsten Not den alten Rock verkauft, um nur fressen zu können.
E.T.A. Hoffman, 1812
Kommentar (21.8.10 20:22) lesen
Markus Hallinger - 21. August 2010 17:20 Uhr
Ahrenshoop
ostseekrabbe am bodden
kene katzenfische kene häie
alter schwede
ziehs hemdchen an
matrohsenhohse
setz eine stange in sand
um wiedergeboren zu werden am wasser
dreimal täglich, vielleicht
geringelt
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Lars-Arvid Brischke - 20. August 2010 15:32 Uhr
beste grüße aus berlin

Kommentar (21.8.10 1:10) lesen
Klara Beten - 20. August 2010 10:38 Uhr
youtube
u. wie hier die wirklichkeit reinhaut: "wir sind auf
körpern gelaufen"/ wahrnehmungsapparate, getrennte blicke
u. von einer dieser endlosen dröhnungen begleitete
schaulust; ach! verse, die immer und licht sind.
vor einem der augen entrollen sich erholungen,
wiedergesichtete, scheinbare. im zimmer hier
auf den regalen die bücher verfaulen am licht. die
vorhänge sind beiseite geschoben; sonne dringt ein.
lichtmalung und verkorkte wirklichkeit in flaschen. eine
deiner zurichtungen schorlt sich dahin; zu auf schlaf.
im hintergrund geht etwas abzählbares vor; die
einraumschädel, ein ertastbares verdun der nacht.
als eine dieser langeweilen, in die man sich mit bildern stellt
die augen arbeiten im schichtbetrieb/ der mund setzt worte
frei, die jede wirklichkeit vermeiden. "ich wäre am liebsten
die wand hoch": so füllt sich kein bild.
ein donnerstag, wie jeder andere
Kommentar (20.8.10 10:46) lesen
Markus Hallinger - 20. August 2010 10:29 Uhr
Stralsund
fahrn fahrn fahrn
mit hängender zunge
der kuss in den mund
die kieler sprotte der kitzler
um an der see zu lecken
hinter der dünung
warum es erotisch ist
Kommentar (21.8.10 20:47) lesen
Ruth Johanna Benrath - 20. August 2010 10:24 Uhr
GUTENBERG
Hinter den Schläfenlappen
schlafen deine Worte
es ist eng, sie berühren sich
wie die Buchstaben
in deinem Winkelhaken
Mond liegt neben Mund
bewegliche Lettern
wenn deine auf das Setzschiff
zugreifende Hand träumt
wird ein Morphem geboren
Gras wird zu Glas
ein Einfall, ein Zweifall, etwas Naheliegendes
etwas Verrutschendes
wie bei schwerer Krankheit
oder Poesie
die verwechslungsgefahr scheint groß zu sein
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Markus Hallinger - 20. August 2010 9:06 Uhr
die frau mit dem schrubber kam schon um sechs uhr früh.
schneller als gedacht wurden unsere texte von der straße geputzt.
warum es die kunst so schwer hat
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Ruth Johanna Benrath - 20. August 2010 2:28 Uhr
WIEPERSDORF
Achim an Bettine
bei uns wurden heut
die Schafe gewaschen mit
Regen der Wald schmeißt
mit Eicheln ich komme
komm hier nicht los
Bettine an Achim
dein kurzes Brieflein auf Knopfdruck Wald entflammte Lärchen dein
flaumiges Ohr leg dich ins Moos ob er wohl kömmt sein Lampendocht
sein Butterfass seine Asternsamen bedeck mich mit Äpfeln im Grase im
Gras o ein Pilz ich pack ihn beim Schaft bis du kommst du Waldbrand
du Lachapfel du nasses Schaf wir fackeln nicht lange lass
es uns machen wie die Kiefern ineinander verkeilt knarzend wir
sind nicht mehr jung mein Leben mein Lieb sei kein Pferd
schick Bohnen Backobst und Bier die Kinder zahnen und
ein italienisches Dictionnaire die Nacht ist so lang
vier Tage kutschiert ein Brief nach Berlin komm vorher
und dann nicht mehr schreiben wieder kommen küssen liebäugeln
in den süßen Hals in die schöne Brust beißen
noch mal sex mit tieren und naturmaterialien
Kommentar (20.8.10 10:38) lesen
Florian Voß - 20. August 2010 2:21 Uhr
Hau den Lukas
Draußen ist das Meer
und das Meer ist nass
Hinterm Deich: Naturschutz
Grüne Dinge zwischen Häusern
(Katen sagt man, oder Krater)
Im Kurhaus logiert die Luft
Im Künstlerhaus Luftikusse
(Har Har, Humor im Haus)
Ich nehme eine Axt vom Schrank
geh in die Naturnarkose
und spalte das Gesicht (Gedicht)
vom allerersten Kuscheltier
Ich habe Knopfaugen
Die Tourette-Touristen haben Pfauenaugen
In der Suppe sind Fettaugen
Aber schön, aber schön
war es doch (ohne Fluppe)
Flapp Flapp, sagt der Dichter
Ich habe zu wenig geschlafen... die letzten Jahrhunderte
Kommentar (20.8.10 10:00) lesen
Ruth Johanna Benrath - 20. August 2010 1:54 Uhr
keine spur
der sandhai war vorgestern
wo wir saßen
vorvorgestern
kein abdruck im sand
warum wir nicht schlafen können 4
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