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Andreas G÷▀ling - 7. Juli 2015 9:37 Uhr

Unter dem Stammelmond

Wie sie durch die Pforte ziehen
Mit Gesang für das stammelnde All
Sieben Kinderstiefelschritte tief und
Drüben die brüllende Nacht
Durch den Tunnel aus schwarzem Stein
Mit Geheul für den tobenden Kosmos
Kein Zurück für deine Kleinen
Nichts Neues unter der Stechschrittsonne
Anders unter dem Stammelmond

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Andreas G÷▀ling - 25. Juni 2015 20:37 Uhr

Das andere

Am Anfang schreiender Schaum
Das andere erst lange danach
Vorher pfeifende Gischt in der
Erinnerung irres Getriller
Dann erst der Schleier der
Dein Schweigen erzwingt
Seitdem Ausdrucksdrang
Kein Widerspruch nur die
Spannung aus der du
Schreibend schweigst

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Werner Weimar-Mazur - 24. Juni 2015 12:54 Uhr

inneneinrichtung

früher dachte ich
die spinne
in der ecke meines zimmers
wäre meine mutter
vater
verließ uns
als ich zwölf war

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Werner Weimar-Mazur - 24. Juni 2015 12:52 Uhr

rush hour

über der stadt in deiner stimme
amselzittern verse
aus einem omnibus
häuserschatten
kinderaugen
lugen in einen sich öffnenden himmel

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Markus Stegmann - 19. Juni 2015 23:12 Uhr

Weisst du?

Wenn du
Gott bist
verspeis ich dich.

Weisst du
wie der
Himmel schmeckt?

Für S.

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Sophia Doms - 3. Juni 2015 11:53 Uhr

Jubelgesang im Innern des Wals

Wo wäre die Welt mir heller
als hier?

Hat er mich je angeschaut hat,
als mir draußen
in der Sonne
der Wüstensand durch die Finger rann?

Wird er mich noch einmal betrachten,
wenn ich mich wieder
in Allerweltspose,
als Mensch unter Menschen
in den Schatten des Kürbisgestrüpps ducke?

Hier ist er bei mir,
lauscht auf meinen Atem,
zählt meinen Puls,
wacht über das Steigen meines Fiebers.

In diesem Nun allein,
in diesem Walfischdunkel,
bin ich der einzige,
zu dem er kommt.

In diesem Nun allein,
in diesem tranigen Walfischleib,
ist er mein einziger Vater
bin ich sein einziger Sohn.

Gruß an Sissy und Herbert

Kommentar (7.6.15 19:32) lesen

 

Herbert Hindringer - 24. Mai 2015 22:25 Uhr



Im Inneren eines Wals



Lenke dich
ab von dem

Schmerz der Wahrheit mithilfe der Schmerzen auf der
Außenseite eines Nahtoderlebnisses, die Haut ist jetzt

wie ein Aufkleber, der sich nicht rückstandslos
entfernen lässt, du bist durchgeschwitzt bis auf

die Knochen, deren Abkehr vom Fleisch
das jetzt ohne letzten Willen auskommen

muss, und die mangelnde
Korrespondenz mit dem
eigenen Mundwerk, sind

die Fehlfunktionen, die der Chor der Stimmen
begreifen muss, ohne irgendeinen Glauben zu
wecken, du willst nicht kämpfen müssen, dies

Wesen ist so riesig und doch bist du
so eng umschlossen, wie es nur geht
in der Welt, von Mauern, bestehend

aus
der

Entfernung zu deinem Leben
deine Fingernägel stecken in
einer Masse aus Massenmord

man könnte tausend Stufen ins Dasein dieser Kreatur hinaufsteigen
bis der Kopf den Ausblick ins Nichts hat, selbst ein Sturz wäre hier

nur Spucke, keine Knochen zerbrechen so weich, vom Bus
dieses Leibs durch die Dunkelheit gebracht, ans todsichere

Ziel, an den Ausstieg der Nacht, die so menschenleer, was
waren nur deine letzten Worte, fragt die letzte Stimme dich

vielleicht mein

vielleicht Gott

vielleicht warum

vielleicht habe

vielleicht ich

vielleicht dich

vielleicht verlassen

kein Psychodramatiker gelangt mehr in diese Gegend
von Unglück, kein Behältnis hat je tiefer das Äußerste

enthalten
nimm die

Nachfolge von Erinnerungen ernst
den Gestank, der Wunderheilungen

unmöglich macht, den Lärm, der rückwirkend in
die Geschichte deines Lebens platzt, während der

Fußboden in deinem nackten Fuß versinkt
die Überstunden beginnen jetzt, mit einem

Wahnsinnsangebot, eine Kollektion von Löchern
die dir angepriesen werden, du steckst die Hände

lieber in die eigenen Wunden
als sie auf diesen Innenseiten

abzulegen, du weißt nicht, ob du reich warst oder es jetzt
wärest, in den Talkshows würdest du in Lautschrift deine
Geburt beschreiben, dieses Wunder und diesen Widersinn

nichts anderes käme dir noch über die Lippen, die
hier zerfielen am Gebet, als einmal das Maul nach

innen schnappte, um
dich in die Abgründe

unter diesem Abgrund zu ziehen
das Äußere des Wals, unendlich




Grüße an Sissy

Kommentar (2.6.15 16:48) lesen

 

Lars-Arvid Brischke - 24. Mai 2015 22:01 Uhr

apfeluhr (studie von st. jobs, aus dem nachlass, um 1980)


big apple

big apple is watching you

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Julia Trompeter - 23. Mai 2015 8:35 Uhr

Zum Begreifen nah

Voll Überschwang trat wer die Drehtür ein
dadurch entstand im Innern Wind
fast ein Orkan, der was in Stücke legte

und wie gedrechselt sank der Raum danach
als wieder Ruhe herrschte im Gemüt
in eine jahrelange Stille nach dem Sturm

Seither, an jedem Jahrestag, kommt wer hinein
und stellt die Jukebox an auf "Riders on the Storm"
und schaut dem Flockenwirbel nach von

zartem Staub, der sich wie in Erinnerung
kurz aufgeschreckt sodann in alter Form auf Theke legt
und Stühle. Und alle Flaschengeister schlafen

wieder ein. Und wer hat ausgeatmet dieses Jahr fünfhundert-
tausendmal, allein, im Thekenlicht erblickt was einst
geschah und eine fremde Hand gefühlt als wär sie da

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Sissy de Leu - 10. Mai 2015 7:16 Uhr

Was man im Bauch des Wals tun sollte

Zuallererst:
Es ist finster
Du bist gekniffen
wenn du nicht
ein paar Streichhölzer
bei dir hast
& dein Notizbuch:
Schreib ein Gedicht
Lehn dich
gegen seine Rippen
Sie sind rosig & blass
& dein Rückgrat
schmiegt sich
behaglich in ihre Laibung
dass du unwillkürlich
die Beine zur Brust ziehst
& die Knöchel kreuzt
Wenn du summst
summt der Wal
Wenn du dich räusperst
tu es sehr leise
Sonst hustet
der Wal dich
an Land
vor der Zeit

Kommentar (8.6.15 18:17) lesen

 

Herbert Hindringer - 9. Mai 2015 15:24 Uhr

Immer vor diesem Fenster


ein Sitzplatz auf Dauer, nur der Ausblick
ist nicht jedes Mal vor Ort

so hebt sich das Leichtere ab von dem, was glatt ist
und unter den Ellenbogen bleibt

und an der Dingfestigkeit liegt
das Leben anderer ist eine Überfüllung des Schlafs

in Lieblingspositionen, da kommt ein Stolz
ganz als Vogelleiche in der Luft

im Hinterhof ein Sänger
der mit einer Taschenlampe angestrahlt werden muss

damit er zu hören ist, so ein Sänger ist heillos
anwendbar, ein aufgerundetes Ohr im Off

Standby ist das Koma der Geräte
an die wir angeschlossen sind, ich stehe fast

körperlich auf den Beweggründen der Maschinen
niemand stolpert in dieses Leben, ich starre

in den Raum zurück, eine Zugluft ohne Geräusche
ich ziehe die Erde an, das Flächendeckende

hat den Beamtenstatus inne, Standby ist auch der Baum
vorm Fenster, mit glühenden Zigarettenspitzen sitzen

die Abgeschriebenen in den Ästen, Standby-Husten
Standby-Unterstellung, keiner liest mehr Gedanken

es gibt keine Synchronstimmen
dieser Mund so hilflos wie Gegenwind im Wind

die Richtung verschwindet bald ätherisch
der Baumbestand geht über die Arbeit hinaus

und reißt ein, der Hausmeister erwacht, hält sich
für seinen eigenen Ausweg und sagt den Himmel auf

ich trage Beine zu einer blauen Hose und zum Bleiben
nichts Halbes und nichts Ganzes bei

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