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Sophia Doms - 7. Juni 2010 11:32 Uhr
Gefühle für Orchideen
Auf der unbeschriebenen Spur ihres Weltschmerzes
gibt sich die Achatschnecke
ihren Gefühlen für die benachbarten Orchideen hin,
für die unerreichbaren,
hinter Glas versperrten.
Und sie muss sich -
den mit gelben Bananen bestirnten Palmblatthimmel über ihr, den Rindenmulch unter ihr,
innerlich blaublütig -
vor niemanden dafür rechtfertigen,
wie glimmerig und glibberig,
wie gallertartig und mukös,
wie opak und gelblichweiß,
wie zähflüssig und klebrig
sie die Orchideen liebt.
Liebe Klara,
der Text ist rein assoziativ, ich nehme an, die Orchideenpassage Deiner faszinierenden Zeilen hat einen ganz anderen Sinn. Aber als ich von den Gefühlen für Orchideen las, wusste ich endlich, wie ich die Achatschnecke im Schönbrunner Palmenhaus beschreiben sollte, die mir schon lange durch den Schädel kriecht.
Sophia Doms (Forummitglied) - 7. Juni 2010 11:34 Uhr
hey, ich lese das hier gerade erst; ist schon etwas her, dass ich vorbeikam; aber: danke. die orchideen-sache bezieht sich höchstwahrscheinlich auf einen gedichtband von kuhligk, den ich an diesem morgen las (er liegt noch jetzt neben der badewanne, was ich eben sah); naja: mit weltschmerz ist aber nichts dabei; ich wüsste nicht einmal, wo so etwas anfangen sollte; u. danke für das wort "faszinierend"; ich muss jetzt erst mal lächeln. cu.
Klara Beten (Forummitglied) - 14. Juni 2010 15:45 Uhr
Das ist doch mal eine exklusive Lovestory zwischen einer Orchidee und einer Achatschnecke, schön. Mir gefallen vor allem die elegant erscheinenden Wörter wie z.B.: Mukös, opak usw.. Das sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre in diesem Stück und lässt die Liebe der Schnecke zur Orchidee ganz besonders 'aufblühen'.
Kurs: Kreatives Schreiben
Kommentator: T. Sochocki
kurs crauss (Kommentator) - 23. Juni 2010 12:35 Uhr
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