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der text gefällt mir gut, weil er durch die "dichte beschreibung" eine intensive atmosphäre enfaltet. wahrscheinlich könnte sie noch kondensierter sein, wenn an manchen stellen etwas gekürzt würde (aber ich weiß nicht genau, wie... vielleicht bei den adjektiven ansetzen und überlegen, ob du sie wirklich alle brauchst: "die diesigen Montagehallen/mit den mächtigen Stahlschienen/unter den verglasten Decken"). gut gelungen finde ich die sprachbilder, bei denen sich adjektiv und substantiv miteinander zu einer metapher verbinden und dadurch auf sprachlicher ebene etwas drittes entsteht und so eine neue qualität in die beschreibung kommt zum beispiel "das halb gehisste Licht des Vormittags" .
insgesamt bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, worauf du hinaus willst (...musst du jetzt der dreisten fragerin auch nicht verraten, ich stelle nur ein paar fragen:) wird hier das INVENTAR eines (all)tags entworfen - nach art von günter eichs "inventur"? ein tageslauf, ein lebenslauf, der von der alltäglichkeit ins abgründige kippt?

Ruth Johanna Benrath (Forummitglied) - 2. September 2010 19:45 Uhr

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wunderschön, das große, runde... und die unerreichbarkeit!

Ruth Johanna Benrath (Forummitglied) - 2. September 2010 19:18 Uhr

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(Erinnerungs)Bilder formen sich zuerst in Begriffen. Ich hätte die noch (hand)greiflicher gemacht, mehr für sich gestellt.
ZB. so:
Das Kegeln mit den Köpfen
Nachmittage in der alten Fabrik
Die diesigen Montagehallen
mit mächtigen Stahlschienen
unter verglasten Decken
Das Glas staubig und schlierig
von Spinnen überwuchert
Im Winter der Innenhof
mit Schnee-Zentnern angefüllt
Der gefrorene Schweiß, der Urin
in kalten Rinnsalen

Die kaum lesbaren Etiketten würde ich ans Ende und vielleicht in den Keller stellen.....

Markus Hallinger (Forummitglied) - 31. August 2010 10:57 Uhr

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Lieber Markus,
irgendwie bist du ja der einzige Altbairische Dichter der Postmoderne. Was mir wie ein guter Ansatz vorkommt.
Herzlich Florian

Florian Voß (Forummitglied) - 31. August 2010 0:51 Uhr

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Sehr merkwürdig, aber gefällt mir. Insbesondere "Google maps" ist eine überraschende aber folgerichtige Wendung.

Florian Voß (Forummitglied) - 31. August 2010 0:48 Uhr

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Liebe Karla, hast du das Ende bei deinem 2. Gedicht geändert? vorher wars was mit 'das Sommergepäck gebügelt im Schrank' oder so. kannst du das nochmal posten? mir hat das, glaub ich, besser gefallen.
lg

Synke Köhler (Forummitglied) - 28. August 2010 10:17 Uhr

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Nach 14 Gedichten fehlt noch ein Meister-Sonett, oder vielmehr ein Meister-Renshi. Ich habe mal kurz die Zeilen zusammen gekleistert, und obwohl es nicht geplant war, ergeben sie halbwegs einen Sinn. Also hier das


15

M e i s t e r - R e n s h i

Gestern Wellen, heute Stillleben
In meiner Jackentasche 1 Kronkorken aus Plastik
Eingebacken in die Kreidefelsen die alten Götter
Deutlich hörbar gehen am Haus die Tage vorüber

Utopische Landschaft aus Tafelgebirgen
bildungsferne urgesteinsgeschichten
riesiges Bernsteingebäck
Muss mich beeilen, reise gleich ab

Im Rückspiegel ein schon leergefegtes Dorf
- gefühlt hat es die ganze Zeit geregnet -
das Öl der Straßen, der Teer

Hubschrauber grasen gemächlich
wie Schenkel gespreizte Sandstrandplanen
Ich pack meine Stiefeletten aus und steche in See

Florian Voß (Forummitglied) - 27. August 2010 0:31 Uhr

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ja, kenn ich, aber lass dem mal ein bisschen die zügel schiessen.

Markus Stegmann (Forummitglied) - 26. August 2010 23:52 Uhr

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weiss nicht, was ihr wollt, finde das gedicht in seiner kruden, gegengebügelten art mit reim richtig angenehm.

Markus Stegmann (Forummitglied) - 26. August 2010 23:50 Uhr

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14

Verkatert

ich pack meine stiefeletten aus und steche in see.
ich tunke nicht mehr ganz nüchtern
die nüstern ins wabernde wasser.
ihr blöden käne! bringt mich zurück an den strand,

Markus Hallinger (Forummitglied) - 26. August 2010 23:47 Uhr

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13

wie schenkel gespreizte sandstrandplanen,
stachel- und warzentiere, die sich wälzen
wie wale, dass jede flosse gleichmäszig
ausliegt. ware. schwappende wampen. innen
schwimmen fische in brötchen. aussen
algt schamhaar. aal gibt es auch.

Crauss. (Forummitglied) - 26. August 2010 22:49 Uhr

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12

hubschrauber grasen gemächlich
handtuch für handtuch im nudistenrevier
beach view bietet ihnen die chance
für völlig neue geschäftsideen
überdimensionale hornissen
in unseren köpfen hissen sie
ungeahnte stachel & wir
spinnen wir glauben
uns rechtzeitig abzuseilen
kehren wir bald schon ins netz zurück

Lars-Arvid Brischke (Forummitglied) - 26. August 2010 19:40 Uhr

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@synke:

Autobahn = "bahn todwärts"
Schleim = "et semini ejus"
Strasssteine ... schmücken ungenannt das "in paradisum", am Hals der "angeli", die dorthin "deducant"

;-)

Jörg Meyer (Forummitglied) - 26. August 2010 19:29 Uhr

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langsam verstehe ich den text, aber die zwei zeilen: bald zählt man seine nächte ab / am starken schweiss der tiere --- rätsel...

Florian Voß (Forummitglied) - 26. August 2010 13:31 Uhr

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oder so

...
noch jahrelang mit muttis schal
am dürren hals des jungen
die kircherei und gleicher braten
lederkracher knöchel weiss
und früh die sättigungen

Ernesto Castillo (Forummitglied) - 26. August 2010 13:11 Uhr

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11

D ü n u n g

Das Öl der Straßen, der Teer
die Mäusehaardecken auf den Dächern
weiche Kappen der dampfenden Gebäude

Die Dünung des Asphalts, und die Autos
somnambule Kutter, kalfatert vom Teer
Es wellt und wogt zwischen den Dünen
der Kaufhäuser, der Tauchhäuser

Verrottete Polster in den U-Bahn-Waggons
und auf den Fahrscheinen steht Atlantis
Die Kontrolleure haben Schuppen und Fischaugen
Weitwinkelig tut sich der Himmel auf
über den Schächten der Unterwelt

Die Vororte aus Mahjong-Steinen
Zeichen aus Teer und Tang an den Wänden
Und das Rauschen der Computeranlagen in uns
Und das Brodeln der Seesterne am Himmel

Florian Voß (Forummitglied) - 26. August 2010 13:08 Uhr

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das satzzeichenlose und die zeilenumbrüche machens schwierig zu lesen - bin gestern beim lesen oft hängengeblieben - hab geübt - jetzt gehts so.
Aber das stößt sich schon "bei die knödel" obwohl es vermutlich "und immer gleicher braten bei, die knödel weiss"
heißen will... "bei" als beigestellt....
Aber ohne satzeichenpause liest sichs (unfreiwillig) komisch.
By the way, die spielerei am 17. Aug. - welches programm hat eure literatur - hätte auch heißen können - welches programm hat das forum -. Also: Ja.

Markus Hallinger (Forummitglied) - 26. August 2010 12:50 Uhr

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10

gefühlt hat es die ganze zeit geregnet
und ich stehe da wer will schon
mit nassgeregneten die polster versauen
ich halte meine hand in den wind

früher bin ich oft getrampt
dabei rede ich nicht gern
zum glück gibt es kamelhaar-
deckenverkäufer und rennfahrer

in den hostels der wettstreit um
die minuten ich bin schon da
sagt der igel und der hase rennt
und rennt irgendwo fallen

die scrabblesteine und die letzten
birken im flur ich zähle die un-
ablässigen tritte auf der stelle
was bleibt mir anderes übrig
als meine stachel auszufahren

Synke Köhler (Forummitglied) - 26. August 2010 12:11 Uhr

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ich geb ehrlich zu, ich habe probleme mit deiner kritik.
ich verstehe wohl den pathologischen vorbehalt gegen jeden pathosverdacht aka zustandspassiva und partizipiale konstruktionen (den ich häufig genug selber teile), also warum diesen nicht klar aussprechen?
aber eine doch recht durchschaubare grammatikalische konstruktion per se als windig abzutun, das derart "luftige" auf eine nicht näher explizierte meinung zu schieben und gleich noch mit dem unverständnis des wortsinns begründen zu wollen, der ja m.E. nach nicht unbedingt etwas mit derselben zu tun hat, leuchtet mir nicht notwendigerweise ein.
und deshalb gleich meinen schönen braten unbedingt in ein verb verwandeln zu wollen, schon gar nicht.
kircherei und bei bleibt davon unbelassen - die kritik versteh ich, bin aber deswegen noch lange nicht der gleichen meinung.
materiale etwas ausserhalb des alltäglichen sprachgebrauchs zu benutzen, bedeutet ja nicht gleich, dass es nicht existieren darf oder kann.
ob es gelingt, ist immer eine andere frage.

(mit der bitte um nachsicht für diese kleine stellungnahme meinerseits.)

Ernesto Castillo (Forummitglied) - 26. August 2010 11:48 Uhr

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9

Im Rückspiegel ein schon leergefegtes
Dorf zwischen Brauchtum und Bernstein-Verkauf.
Das letzte herablassende Taschentuchwinken des Augusts
Hundstage. He - war ich nicht eben noch im angeregten Straßengespräch:
Was zu tun bleibt gegen
die Lücken zwischen Bracke und Bodden -
(Kuchensegel aufstellen? Rasenmäher abfackeln?
Alle kleine n Tiere vom Keramik spülen?)
Das Sich-Räuspern halbwüchsiger Bleistifte :
Im Grunde unverdient
All das Licht, das man hier fing
Im Handschuhfach zur gleichen Zeit:
Die gebündelten Sünden des Fremdenverkehrs ...
Und zwischen Baumschatten und Sonne
beinahe die Gewissheit verpasst
von Sommer Gepäck.

Karla Reimert (Forummitglied) - 26. August 2010 10:22 Uhr

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8

muss mich beeilen/reise gleich ab/
bleistift schon weggepackt/der hase im kopf schlägt haken
was bleibt?/ sandhase sandburg sandkuchenkrise/ eine spinne im waschbecken/
und zum abschied rastlosigkeit/ verschlingung der gedanken
und ein halbwüchsiger spaß am wortkampf wortspiel

Ruth Johanna Benrath (Forummitglied) - 26. August 2010 9:31 Uhr

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ich hab die brauchbaren teile aus dem text für mich schon herausgenommen...

Markus Hallinger (Forummitglied) - 25. August 2010 23:23 Uhr

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7

riesiges bernsteingebäck -
das kind hat die arme zu kurz,
die geschichte des meeres zu lang,
die gibts nur gestaffelt.
saison onze: sonnenbrandhitze
und fiebrige sandburgenhanse

Crauss. (Forummitglied) - 25. August 2010 22:08 Uhr

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verstörte zeichenshow/ und u. & und.

Klara Beten (Forummitglied) - 25. August 2010 21:54 Uhr

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da würde ich mich meinem vorredner anschließen, aber wahrscheinlich willst du auf die ersten 4 zeilen nicht verzichten, weil es dir auf das aufzeigen der differenz "hier ist nichts bayrisches" ankommt. vielleicht den anfang überdenken und den vergleich anders herstellen (über den gedichttitel vielleicht?)

Ruth Johanna Benrath (Forummitglied) - 25. August 2010 20:21 Uhr

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hm, lieber ernesto, tut mir leid, ich verstehe dein gedicht nicht und zwar sind teile davon meiner meinung nach von einer derart luftigen - um nicht zu sagen - windigen grammatikalischen aufhängung, dass ich schon den wortsinn nicht verstehe. in strophe 1: wie ist der anschluss von zeile 3 zu zeile 4 zu verstehen? strophe 3: worauf bezieht sich das verb "braten", warum die präposition "bei die knödel" (soll das dialekt sein?) und was ist eine "kircherei" (oder ist das ein tippfehler?).
für mich bleibt das unklar.

Ruth Johanna Benrath (Forummitglied) - 25. August 2010 20:15 Uhr

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bildungsferne ur-
gesteinsgeschichten
die uns abends
erwärmen & umarmen
müssen münden
in eine kuchenkrise
die uns zu kurz vorkommt
& gleichzeitig zu riesig
um sie nachzuahmen
in unsern nahaufnahmen

Lars-Arvid Brischke (Forummitglied) - 25. August 2010 19:41 Uhr

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Das hat mich voll erwischt...
Belmondo und Meyer oder Meyer und Belmondo, das ist ein Team! - stark das VideoPoem!

Markus Hallinger (Forummitglied) - 25. August 2010 11:34 Uhr

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nein, das sind meine Gedanken.

Synke Köhler (Forummitglied) - 25. August 2010 9:57 Uhr

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was ist mit: Autobahn, Schleim und Strasssteinen?

Synke Köhler (Forummitglied) - 25. August 2010 9:55 Uhr

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