Forum der 13
L O G I N »

L E S E N »
A U T O R E N »
T E R M I N E »
P R E S S E »
L I N K S »
I M P R E S S U M »
H I L F E ? »

Volltextsuche »

erweitern

RSS-Newsfeed abonnieren

» Kommentar zu . . .

Markus Hallinger - 2. Juli 2010 14:43 Uhr

Suche

1, 2, 3 mal im Jahr fliegt ein Hubschrauber den Wald ab. Das macht einen ziemlichen Lärm, und manchmal kommt das Gerät so tief, dass sich die Baumwipfel biegen und der Luftzug zu spüren ist.
Jetzt suchens wieder einen, der in den Wald gegangen ist, sagt mein Nachbar besorgt. Und bald darauf kommen sie mit Hunden ins Dorf, klingeln an jeder Tür und fragen, ob jemand aufgefallen ist, der nicht hergehört.
Weil selten Fremde kommen, müssten die auffallen. Die Radfahrer und die Wanderer mit ihren Stöcken, die bei uns auftauchen, sind für uns keine Fremden, sondern alltäglich - und von den anderen haben wir kaum jemanden zu Gesicht bekommen.
Wer nicht gefunden werden will, kann das so anstellen, dass er auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Es gibt keine bessere Gegend dafür. Der nächste Ort ist 5 Kilometer entfernt, ein bewaldeter Hügelrücken trennt uns. Die zwei Bauern, die es oben gibt, haben Hunde am Hof und ihre Wege und Zufahrten mit Zäunen versperrt, weil sie in Ruhe gelassen werden wollen. Nach Osten hin wird es unwegsam, es geht schroff zu einem Fluss hinunter. Ohne feste Schuhe gibt es keine Möglichkeit hinunter zu kommen, und unten benötigt man Gummistiefel, so feucht und versumpft ist es im Sulzgraben. Ich glaube aber, dass es unwahrscheinlich ist, dass jemand diese Richtung einschlägt, einer der er sich auf und davon macht, geht er lieber hinauf als hinunter. Mein Nachbar glaubt das auch, schmeißt seinen Bulldog an und fährt zum Stadl hinauf. Wir haben den selben Gedanken, meinen, dass man sich einen Platz aussucht, von dem man einen Blick hat. Alte Bäume stehen auch oben. Es ist besser vorzusorgen: die Kinder des Nachbarn treiben sich oft zum Spielen dort herum.
Er bleibt länger aus als er müsste. Man muss sich aber keine großen Gedanken machen. Im Stadl sind Holz und Werkzeuge eingelagert. Das Tor ist immer offen und gewiß nützt er die Umstände, um wieder mal alles durchzuzählen, ob nichts geklaut worden ist. Besser ist es einmal zu viel zu kontrollieren als überrascht zu werden. Schon wegen der Kinder, sagt er, die rege das ganz schön auf. Man weiß ja nie.
Vor Jahren wurde nach Wochen einer in der Kirchturmkuppel gefunden, weil man vergessen hatte dort nachzusehen. Seither ist der Turm abgesperrt. Dennoch schauen wir zur Sicherheit im Turm nach, stören aber nur die Fledermäuse.
Es dauert Stunden bis Polizei und Feuerwehr die Suche abbrechen. Einmal hat es eine Aufregung gegeben als ein Polizist in ein Erdwespennest getreten ist und sich in einen Bach flüchten musste. Ein anderer kam mit einer Handvoll Steinpilze zurück. Die Hunde schienen abgehetzt, aber zufrieden.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie wollen einen unserer Texte kommentieren? Wir sind sehr neugierig auf Ihre Meinung und möchten Sie herzlich einladen, sich mit folgenden Daten an einen unserer Ansprechpartner zu wenden: Gewünschter Kurzname; Vor- und Nachname; gültige E-Mail-Adresse. Es erfolgt eine Freischaltung und Sie sind als KommentatorIn offiziell dabei.