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Florian Voß - 8. Juli 2010 0:11 Uhr
Dämmerung
Erwachen, und den Hahn zu hören
wie er aus der Ferne schreit
Aufzuziehen die Gardinen:
die Wolken ziehen weit
Wie seltsam es ist
das lieblose Herz und der kalte Rest
(Philip Larkin)
Übertragen von Florian Voß
Das gedicht ist sehr schön. und die übersetzung spricht mich als eigenständiger text an. ich finde, es wird eine intensive sehnsucht erzeugt, gerade weil sie durch die letzte zeile abgedämpft wird. eine art kühle sehnsucht.
sehr schwierig ist es ja wohl, reime zu übersetzen, aber weil die hier so schön variieren, klingen sie nicht abgedroschen. kannst du uns noch den originaltext dazu liefern?
und noch eine kleine deutschlehrerinnenmäßige frage: ist das komma in zeile 1 auch im original drin? im deutschen text bräuchtest du es - grammatikalisch gesehen - nicht, außer du willst damit eine atempause ausdrücken. (nach den regeln der zeichensetzung müsste das komma ans ende der ersten zeile... aber das nur nebenbei).
Ruth Johanna Benrath (Forummitglied) - 8. Juli 2010 11:47 Uhr
Dawn
To wake, and hear a cock
Out of the distance crying,
To pull the curtains back
And see the clouds flying -
How strange it is
For the hearts to be loveless, and as cold as these.
Florian Voß (Forummitglied) - 8. Juli 2010 12:27 Uhr
(Und noch eine ältere Übersetzung des Gedichts von Karl Heinz Berger)
Morgendämmerung
Erwachen überm Hahnenkrähn,
Das aus der Ferne schallt,
Am Fenster stehn, die Wolke sehn,
Die durch den Himmel wallt -
Wie Fremd dem Herzen,
Wie Sie zu sein, ohne Liebe und Schmerzen.
Florian Voß (Forummitglied) - 8. Juli 2010 12:31 Uhr
Morgendämmerung
Beim Erwachen steht er
unerreichbar weit der Hahn und kräht
der Vorhang wird zurück gezogen
sieh die Wolken fliegen
wie fremd das ist
dem Herzen, ungeliebt und kalt wie jene oben liegen
Synke Köhler (Forummitglied) - 14. Juli 2010 14:35 Uhr
ihr lieben, das ist stark, ....jetzt verstehe ich die letzte zeile nicht mehr! in jeder übersetzung scheint sie etwas anderes zu bedeuten...bitte um aufklärung...(wort für wort)! das rätsel, was wahrscheinlich durch die übersetzung nicht gelöst, sondern im gegenteil, vielleicht immer wieder neu erschaffen wird,...wahrscheinlich liegt es am "these".. (?!)
Ruth Johanna Benrath (Forummitglied) - 18. Juli 2010 12:24 Uhr
Dämmerung
Erwachen, den Hahn hören
wie er schreit aus der Ferne
Aufziehen, Gardinen:
Die Wolken ziehen weit
Wie seltsam
das lieblose Herz, der kalte Rest.
(Philip Larkin)
Sehr schoenes Gedicht. Spannende Uebersetzungen... Danke, Florian.
Karla Reimert (Forummitglied) - 7. August 2010 14:23 Uhr
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